Das Café Bauer in Leipzig

Das Café Bauer in Leipzig

Das Café Bauer war ein von 1890 bis 1922 betriebenes Kaffeehaus in Leipzig und eines der vornehmsten dieser Zeit.

 Das Gesellschaftshaus Harmonie (1887–1943) zwischen Café Bauer und dem Panorama am Roßplatz in Leipzig (heute nordöstlicher Teil der Freifläche Wilhelm-Leuschner-Platz)
Das Gesellschaftshaus Harmonie (1887–1943) zwischen Café Bauer und dem Panorama am Roßplatz in Leipzig (heute nordöstlicher Teil der Freifläche Wilhelm-Leuschner-Platz) 1891 / Emil Römmler († 19. Januar 1941). [Public domain], via Wikimedia Commons
Lage

Das Café Bauer befand sich südöstlich der Leipziger Innenstadt am Roßplatz Nr. 6 westlich der Einmündung der Kurprinzstraße (heute Grünewaldstraße) in den Roßplatz. Es war flankiert links vom Hotel de Prusse und rechts vom Gesellschaftshaus der Gesellschaft Harmonie. Seit der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ist das Gelände unbebaut.

Geschichte

Das Gebäude des Café Bauer, ein viergeschossiger Wohn- und Geschäftshauskomplex, wurde 1889/90 nach Plänen des Berliner Architekten Albert Bohm (1853–1933) errichtet.[1] Es war eines der bedeutendsten Gebäude des Historismus in Leipzig. Die Fassade vereinte Elemente der Renaissance mit denen von Barock und Rokoko und war mit reichlich figürlichem Schmuck versehen.

Das Grundstück erstreckte sich von der Straße 85 Meter in die Tiefe und war noch mit einem Hinterhaus bebaut, das mit zwei schmalen Seitengebäuden einen kleinen Hof bildete. Noch hinter dem Hinterhaus gab es Pferdeställe mit einer darüber im ersten Stock liegenden, über Rampen zu erreichenden Reitbahn.

Cafe Bauer in Leipzig, Roßplatz Nr. 6, um 1900. Der viergeschossige Wohn- und Geschäftshauskomplex wurde 1889/90 nach Plänen des Berliner Architekten Albert Bohm (1853–1933) errichtet. Es war eines der bedeutendsten Gebäude des Historismus in Leipzig. Die Fassade vereinte Elemente der Renaissance mit denen von Barock und Rokoko und war mit reichlich figürlichem Schmuck versehen. Zerstört im Jahre 1943
Cafe Bauer in Leipzig, Roßplatz Nr. 6, um 1900. Der viergeschossige Wohn- und Geschäftshauskomplex wurde 1889/90 nach Plänen des Berliner Architekten Albert Bohm (1853–1933) errichtet. Es war eines der bedeutendsten Gebäude des Historismus in Leipzig. Die Fassade vereinte Elemente der Renaissance mit denen von Barock und Rokoko und war mit reichlich figürlichem Schmuck versehen. Zerstört im Jahre 1943 / Hermann Walter (1838-1909) [Public domain], via Wikimedia Commons
Das Café Bauer befand sich im Parterre und im ersten Stock des Vorderhauses. Die prunkvolle Ausstattung der Gasträume hatte das 1878 eröffnete gleichnamige Café in Berlin zum Vorbild. Es gab auch einen Billard- und einen Lesesaal. Das Café war fast rund um die Uhr, nämlich bis früh 4.00 Uhr, geöffnet. Es diente auch als Veranstaltungslokal verschiedener Vereine.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der französischstämmige Begriff „Café“ durch „Kaffeehaus“ ersetzt. Während des Krieges und den unruhigen Jahren danach wurden die wirtschaftlichen Schwierigkeiten für das Haus immer größer. Schließlich musste 1922 der Kaffeehausbetrieb ganz eingestellt werden. Die Räume wurden zum Teil in repräsentative Wohnungen umgewandelt oder dienten Ausstellungszwecken. Von 1922 bis 1930 war auch die Leipziger Zweigstelle der Girozentrale des Sächsischen Gemeindeverbandes im Haus eingemietet.

Bereits zu Weihnachten 1912 wurde im Gebäudekomplex das Kino „Picadilly-Lichtspiele“ mit 1.062 Plätzen eröffnet, das sich 1914 patriotisch in „Vaterland-Lichtspiele“ umbenannte. Ab 1918 hieß es „Universum-Lichtspiele“ und ab 1928 „Gloria-Lichtspiele“.

Der Gastraum im Erdgeschoss des Café Bauer in Leipzig
Der Gastraum im Erdgeschoss des Café Bauer in Leipzig um 1900 / Hermann Walter (1838-1909) [Public domain], via Wikimedia Commons
Der Gastraum im ersten Stock des Café Bauer in Leipzig
Der Gastraum im ersten Stock des Café Bauer in Leipzig um 1905 / Hermann Walter (1838-1909) [Public domain], via Wikimedia Commons
Ende der 1930er Jahre wurde im Gebäude das „Kaffee Astra“ eröffnet, konnte aber nicht an die große Tradition seines Vorgängers anknüpfen. Beim Bombenangriff auf Leipzig am 4. Dezember 1943 wurde das Gebäude zerstört. Die immer noch bestehende Freifläche soll in die Planungen zum Wilhelm-Leuschner-Platz anlässlich der Errichtung des Einheits- und Freiheitsdenkmals Leipzig einbezogen werden.

Der Roßplatz in Leipzig mit dem Café Bauer, dem Gesellschaftshaus Harmonie und dem Panorama sowie dem Turm des Neuen Rathauses im Hintergrund
Der Roßplatz in Leipzig mit dem Café Bauer, dem Gesellschaftshaus Harmonie und dem Panorama sowie dem Turm des Neuen Rathauses im Hintergrund um 1910 / Stadtgeschichtliches Museum Leipzig Inv. Nr. PK 4844, Public Domain

 

Dieser Text basiert auf dem Artikel Café Bauer (Leipzig) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

 

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