Das ehemalige König-Albert-Gymnasium

Das ehemalige König-Albert-Gymnasium

Das König-Albert-Gymnasium war ein staatliches humanistisches Gymnasium für Jungen nördlich der Leipziger Innenstadt.

Das König-Albert-Gymnasium in der Parthenstraße in Leipzig im Jahr 1912
Das König-Albert-Gymnasium in der Parthenstraße in Leipzig im Jahr 1912 / Unbekannt [Public domain], via Wikimedia Commons

Geschichte

Auf eine bis 1872 zurückgehende Initiative des Rates der Stadt errichtete das Königreich Sachsen ein Gymnasium, das das dritte in der Stadt war. Die Eröffnung fand 1880 statt. Die Einrichtung trug zunächst den Namen Königliches Gymnasium.

Das Gebäude befand sich in der Parthenstraße 1, Ecke Pfaffendorfer Straße, also direkt gegenüber dem Eingang zum Zoologischen Garten. Es war ein dreistöckiger Bau mit einem deutlich hervortretenden Mittelteil, der gegenüber den Nachbarteilen erhöht war und im zweiten Stock die Aula enthielt. Die Hauptfront umfasste 21 Fensterachsen mit zwei Seitenrisaliten. Es waren Fachräume für Biologie, Chemie, Physik und Musik sowie zwei Turnhallen vorhanden.

Lage des König-Albert-Gymnasiums Leipzig auf einem Plan von 1914
Lage des König-Albert-Gymnasiums Leipzig auf einem Plan von 1914 / Unbekannt (Stadtplan) [Public domain]
Im Hinblick auf das entstehende Königin-Carola-Gymnasium erhielt die Schule im Jahr 1900 den Namen des regierenden Monarchen und hieß fortan König-Albert-Gymnasium. Viele Lehrer der Schule waren nebenher oder auch später an der Universität Leipzig als Berater, Dozenten und Professoren tätig. Der gute Ruf der Schule bewirkte, dass die Schülerzahl rasch auf etwa 600 anstieg.

Beim Bombenangriff vom 4. Dezember 1943 erlitt das Gebäude einen Totalschaden. Nach Beseitigung der Trümmer wurde das Gelände als Parkplatz besonders für den Leipziger Zoo genutzt, bis dieser 2004 hier sein Parkhaus errichten ließ. Nach der Bombardierung wurde der Unterricht behelfsmäßig in Ausweichquartieren fortgeführt, bis 1947 das Gymnasium aufgelöst und die verbleibenden Klassen in die „Karl-Marx-Schule“ überführt wurden.

Das neue König-Albert-Gymnasium

Noch während der Wendezeit bildete sich Anfang 1990 aus den Gemeinden von Leipzig und Umgebung ein Kreis christlicher Lehrer, der sich das Ziel stellte, eine christliche Schule zu gründen. Er erhielt auch die Genehmigung vom Kultusministerium Sachsens, eine ökumenische Schule in staatlicher Trägerschaft zu gründen. Im Juli 1991 wurde der Schule das Schulgebäude Czermaks Garten 8 in Leipzig – eine Plattenbauschule – zugewiesen, und am 26. August 1991 nahm das „König-Albert-Gymnasium im Aufbau“ mit 285 Schülern und 20 Lehrern als christliche/humanistische Schule den Schulbetrieb auf. Die Schule wuchs auf über 500 Schüler mit 33 Lehrern an. Als ab 1996 die Schließung von Leipziger Gymnasien anstand, kam auch die König-Albert-Schule ins Visier und wurde schließlich unter Protest der Schüler-, Lehrer- und Elternschaft 1998 geschlossen. Der Plattenbau wird derzeit als Abendgymnasium genuzt.

Erinnerungstafel am Parkhaus Zoo
Erinnerungstafel am Parkhaus Zoo / Frank Vincentz [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Der Bund der Albertiner

1991 wurde der Bund der Albertiner e.V. in Leipzig gegründet, zunächst mit dem Ziel, ein jährliches Schultreffen der ehemaligen Schüler des König-Albert-Gymnasiums nunmehr auch in Leipzig stattfinden zu lassen, nachdem es vor der Wende zweijährlich in Bad Hersfeld stattgefunden hatte. Nach der Zulassung des neuen König-Albert-Gymnasiums stand auch der Wiederaufbau des zerstörten Schulgebäudes auf der Agenda, musste aber nach dessen Schließung wieder aufgegeben werden. 2002 wurde eine Stiftung König-Albert-Gymnasium Leipzig errichtet, deren Verwaltung nun auch Aufgabe des Vereins ist. Aus dieser Stiftung werden jährlich Auszeichnungen für herausragende Leistungen im Sinne humanistischer gymnasialer Schulbildung in den Wissensgebieten Alte Sprachen (insbesondere Latein), Geschichte und Philosophie/Religion/Ethik vergeben. Teilnahmeberechtigt sind alle Schüler der Klassenstufen 10 bis 12 aus den Gymnasien des Zuständigkeitsbereiches der Sächsischen Bildungsagentur, Regionalstelle Leipzig.

 

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